Vogelflug überm Papsthügel

Noch sind alle Knospen geschlossen, noch ziert kein Frühlingsgrün den Wald. Graubraun sind die Äste und Zweige, graubraun das vertrocknete Gras und der Waldboden. Kein Wunder, denn noch vor einer Woche war hier alles knackig gefroren und der Winter zeigte seine Zähne. Nun scheint die Sonne und die hat schon erstaunlich viel Kraft.

Vogelflug überm Papsthügel

Wegimpression

Vogelflug überm Papsthügel

Gebirke

Blütenpracht in Wintersonne

Soviel jedenfalls, dass in den wenigen Tagen Krokusse, Schneeglöckchen und Weidenkätzchen erblüht sind. Sogar die ersten Schmetterlinge flattern schon – ein Zitronenfalter hebt sich besonders hübsch vom Wintergrau ab.

Richy und ich wandern heute um den Boisdorfer See und zum Papsthügel. Wandern ist dabei vielleicht zu hoch gegriffen: Es ist ein gemütlicher Spaziergang auf ganz einfachen Wegen. Kein Geheimtipp, wie wir schnell feststellen.  Aber durchaus reizvoll.

Vogelflug überm Papsthügel

Blütenpracht

Vogelflug überm Papsthügel

Das Grün lässt noch auf sich warten

Die Ville – Bagger und gestaltete Natur

Schaut man sich das Rheinland rund um die Kölner Bucht an, dann erhebt sich die Landschaft rechts und links des Rheins in mehreren Stufen. Die erste Stufe auf der linken Rheinseite bildet eine ausgedehnte Hochebene, die Ville. Meist hört man von dieser Gegend, wenn Braunkohlegegner versuchen, ein Dorf oder einen Wald vor dem Bagger zu bewahren. Als Ausflugsziel macht die Ville eher selten von sich reden.

Dabei gibt es auch hier einiges zu entdecken. Zum Beispiel eine Vielzahl ehemaliger Kiesgruben und Tagebaurestseen, die heute renaturiert sind und, wie im Fall des Boisdorfer Sees, zum Naturschutzgebiet erklärt wurden. Die Natur wiederum greift freudig zu und bedankt sich mit relativer Artenvielfalt.

Vogelflug überm Papsthügel

Winterliche Ville

Vogelflug überm Papsthügel

Wegkreuz

Frühlingsboten

Wie jeden Frühling, so gab es auch dieses Jahr den Moment, an dem ich zum ersten Mal inne gehalten habe, in die Luft schaute und das langgezogene “V” der Zugvögel beobachtet habe. Das ist drei Tage her. Seitdem fliegen täglich neue Gruppen Gänse und Kraniche vorbei.

Entsprechend viel ist auf dem See los. Landende und startende Gänse geben sich ein lautstarkes Stelldichein. Gerade junge Familien tummeln sich am Ufer und sind entzückt.

Vogelflug überm Papsthügel

Wegimpression

Vogelflug überm Papsthügel

High in the sky 

Der Boisdorfer See

Der Boisdorfer See war von 1965 bis 1975 Teil der Frechener Braunkohlegrube, davor stand hier die Ortschaft Boisdorf, ein Ortsteil von Kerpen. Wäre alles noch wie vor dem Tagebau, dann würden wir jetzt vielleicht die Boisdorfer Wasserburg besuchen und später das Kloster Bottembroich. Ist jedoch ebenfalls beides mit dem Tagebau untergegangen.

Stattdessen füllt die kleine Erft nicht nur den Hauptsee, sondern auch ein paar abseits gelegene Tümpel, die eifrig als Brutgebiet genutzt werden. Verschiedene Reptilien und Insekten sind ebenfalls mit von der Partie. Das alles täuscht natürlich nicht darüber hinweg, wie viel natürlicher Landschaft durch den Kohleabbau verloren ging und wie viel Fläche gerade in der Ville wirtschaftlich genutzt wird.

Vogelflug überm Papsthügel

Der Boisdorfer See

Vogelflug überm Papsthügel

Der Boisdorfer See

Vogelflug überm Papsthügel

Der Boisdorfer See

Mithilfe erwünscht

Deshalb ist es gut und wichtig, dass hier der Natur Raum gegeben wird. An der Aussichtsplattform informieren die Naturschutzverbände über Artenvielfalt und bitten interessierte Wanderer um Mithilfe.

Dann endet der Weg durch den Wald, von nun an geht es durch die Felder rund um den Papsthügel. Auch das alles gehörte einmal zum Frechener Tagebau, wurde jedoch verfüllt und ist jetzt Ackerland. Oder eben Papsthügel an der Stelle des ehemaligen Klosters.

Vogelflug überm Papsthügel

Der Boisdorfer See

Vogelflug überm Papsthügel

Der Boisdorfer See

Vogelflug überm Papsthügel

Der Boisdorfer See

Der Papsthügel

Der Hügel wurde zum Weltjugendtag 2005 errichtet und ist seitdem die größte Erhebung in Reichweite – wenn man von der Glesser Höhe absieht, eine der Abraumhalden in der Ville. Auch hier oben ist viel los, ohne dass es dabei drängelig wird. In erster Linie genießen Tagestouristen den weiten Blick vom Papsthügel. Dazu kommen eine Handvoll Pilger, denn es führen auch ein Pilgerweg und ein Zweig des Jakobsweges hier entlang. Und über allem fliegen die Gänse, jetzt in großen Formationen. Und das Mitte Februar. Das deutet auf ein weiteres warmes Jahr hin.

Vogelflug überm Papsthügel

Am Papsthügel

Vogelflug überm Papsthügel

Am Papsthügel

Vogelflug überm Papsthügel

Der Papsthügel

Infos:

Information der Naturschutzverbände
Wandern zum Marienfeld

Wanderinfos:

Anreise:

– mit dem Auto:

Autobahn A1 bis Abfahrt “Gleul”, dann Richtung Türnich. An der T-Kreuzung nach links. Zuerst durch Wald, dann durch das Industriegebiet Türnich und bis zum Kreisverkehr. Dort nach rechts und die nächste wieder rechts. Der Wanderparkplatz befindet sich am Ende der Straße.

– mit Bus und Bahn:

Mit dem Bus 911 oder 976 bis zur Haltestelle “Kerpen Marienfeld”, dann an der Burg Mödrath vorbei bis zum Wanderparkplatz.

Vogelflug überm Papsthügel

Der Papsthügel

Vogelflug überm Papsthügel

Geackere

Wegbeschreibung:

Länge: 7,9 km
Höhenmeter bergauf/bergab: 30 m / 30 m

Start: Am Wanderparkplatz an Burg Mödrath

 Auf dem Parkplatz findest du eine Wanderkarte. Der Hauptwanderweg ist von hier knapp 100 m entfernt. Nach links erreichst du zuerst das Begegnungskreuz, dann nach knapp 2 km einen größeren Picknickplatz mit mehreren Bänken. Hier nach rechts und bis zum Waldrand. Nochmal nach rechts kommst du am Gedenkkreuz für den ehemaligen Ort Boisdorf vorbei. Weiter geradeaus gehst du bis zur T-Kreuzung und dort wieder rechts. Die nächste Möglichkeit, nach rechts abzubiegen, führt dich zum Seeufer, an dem du nun eine Weile entlangwanderst. An zwei Bänken macht der Weg einen Linksknick und führt vom Ufer weg. Vorbei am Erftkanal zur Rechten und den Hochwasserrückhaltebecken zur Linken gelangst du zur nächsten Kreuzung, hier nach links. Am Aussichtspunkt geht es vorbei, dann die nächste rechts. Vor dir siehst du schon den Papsthügel, ein Abstecher lohnt sich. Weiter geht es geradeaus, bis du den geteerten Feldweg erreichst. Biege hier nach rechts ab. Bei der übernächsten Einmündung nach rechts findest du eine rote Wegschranke. Gehe dort entlang, bis du eine weitere Wegschranke passiert hast, dann nach links. Am Ende des Weges biegst du nach rechts ab. Nach wenigen Metern findest du auf der linken Seite zwei Pfähle, ein Pfad führt hier hinunter und über den Erftkanal. Noch ein paar Schritte und du bis wieder auf dem Hauptweg. Nach rechts gelangst du zurück auf den Parkplatz.

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Geackere

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Rückkehr

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