Packliste Hüttenwandern

Damit du auf einer Hüttentour nicht zum Packesel wirst

Auf eine Hüttentour solltest Du nur gut vorbereitet gehen. Dazu gehören Kondition, Trittsicherheit und eine gute Ausrüstung. Als Touren-Neuling macht man oft den Fehler, zu viele und nicht sinnvolle Dinge einzupacken – jedes Gramm, dass Du durch die Berge schleppst, zählt. Und jedes unnötige Gramm zählt gewissermaßen doppelt! Deshalb habe ich hier mal aufgeschrieben, was ich unverzichtbar finde. Meine Bedürfnisse unterwegs sind damit alle abgedeckt.

1) Wanderkarte und Touren-Beschreibung oder GPS-Gerät
Was ist besser, Wanderkarte* oder GPS? Das ist eine Glaubensfrage! Ich zeichne mir die Tour in einen Wanderkartenausschnitt ein. Der Maßstab 1:50 000 für die Karte passt meistens. Viele Karten gibt es mittlerweile schon laminiert – das spart die Schutzhülle*.

Alternativ kannst Du auch ein GPS-Gerät* mitnehmen und Dir den Track für die Tour draufladen.

Beides hat Vor- und Nachteile.

Vorteil Karte: Braucht keinen Strom. Nachteil: Du musst Dich im Gelände orientieren, wenn sie nass wird, löst sie sich auf.
Vorteil GPS: Du weißt (theoretisch) immer, wo Du gerade bist… Nachteil GPS: … außer, wenn die Batterien leer sind, die Genauigkeit mal wieder um mehr als ca. 100 m springt, die Bedienung doch nicht so intuitiv ist, wie der Typ im Laden behauptet hat, …

Außerdem: !!! Niemals wie ein Zombie mit Blick aufs GPS durchs Gebirge gehen!!! Das ist potenziell der Weg in den Abgrund. Du musst Dich also immer auch im Gelände orientieren. Am besten einen kurzen Blick im Stehen auf das Gerät werfen und dann „freihändig“ weiter. Die Anzeige auf dem Gerät darf für Dich nur ein Kartenersatz sein!

2) Wanderstiefel
Probiere die Schuhe auf jeden Fall vorher an. Drückt es irgendwo? Schlafen die Zehen ein? Hat der Fuß bergab zu viel Spiel? Dann brauchst Du andere Schuhe, damit du Dir keine Blasen läufst!

Außerdem solltest Du die Stiefel nicht erst auf der Wanderung eintragen – das führt unter Garantie zu Blasen und vermiest Dir den Rest der Tour.

3) 2x Unterwäsche
Einen Satz trage ich am Leib, den anderen habe ich in Reserve. Falls Du es genauso machen möchtest, dann achte bei der Unterwäsche* auf extra leichte Hightech-Fasern. So kannst Du auf der Hütte die gebrauchten Sachen einfach in Wasser auswaschen und brauchst keine Stunden warten, bis sie wieder trocken sind.

4) ein kurzärmeliges Shirt
Falls es warm ist. Kurzärmelige Shirts* brauchst Du auch nur eins. Du hast ja Wechselunterwäsche 😉

5) ein langärmeliges Shirt
Ein langärmeliges Shirt* zum Drüberziehen, falls es kühler wird.

6) Fleece-Jacke
Und dann noch die Fleece-Jacke*, falls es noch kühler wird…

7) Regenjacke und Regenhose
Auch die Regenjacke* kannst Du als weitere Schicht benutzen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn es windig ist oder regnet. Oder Du ziehst sie anstatt der Fleece-Jacke an, weil diese ein bisschen zu warm ist.

Die Kombi Regenjacke & Regenhose* finde ich besser als einen Regenponcho, weil sonst bei starkem Regen Spritzwasser vom Boden für nasse Beine sorgt. Außerdem bist Du wendiger. Das ist in den Bergen extrem wichtig. Mit einem Poncho könntest Du irgendwo hängen bleiben. Und außerdem nutzt es gar nichts, wenn es windig wird.

Ein letzter Tipp: Beides vor der Reise gründlich imprägnieren!!

8) leichte Daunenjacke
Eine Daunenjacke* ist wichtig für besonders kalte Tage, aber unerlässlich, wenn Du Dich abends noch mal vor die Hütte setzten möchtest.

9) Trekkinghose mit abnehmbaren Beinen
So hast Du die kurze und die lange Hose* in einem. Das spart Gewicht!

10) Mütze
Kannst Du mitnehmen. Wahrscheinlich reichen jedoch die Kapuzen der anderen Jacken.

11) Handschuhe
Handschuhe* sind sehr sinnvoll. Ich bin schon öfter unvermittelt in ein Schneegestöber geraten – sogar im Sommer!

12) zwei Paar Wandersocken
Am liebsten habe ich Wandersocken aus Merinowolle* oder relativ dünne Syntetik-Socken*. Die Wollsocken trage ich an eher kühlen Tagen, dann saugen sie zuverlässig den Schweiß auf. Falls es wärmer ist, halten die Syntetik-Socken den Fuß kühl. Damit verhindere ich die schlimmsten Blasen. Und mit dem Waschen halte ich es genau wie bei der Unterwäsche.

13) Rucksack
Hier gilt dasselbe, wie bei den Wanderschuhen: Probiere aus, welcher Rucksack gut zu Dir passt.

14) Trinksystem und Wasser für eine Etappe
Ich habe schon seit Jahren gute Erfahrungen mit einem Trinksystem* gemacht, dass aus einem Wassersack und einem flexiblen Schlauch mit Mundstück besteht. So habe ich unterwegs die Hände frei. Der Wassersack hat in heutigen Rücksäcken ein Extrafach, nah am Körper. So hast Du einen guten Schwerpunkt. Denn Wasser ist das Schwerste, was Du mitnehmen musst – und hier darfst Du kein Gewicht sparen!

Noch ein Vorteil: Im Rucksack ist das Wasser immer leicht angewärmt. Das ist angenehm. Und es kühlt zugleich Deinen Proviant.

15) Hüttenschlafsack
Meiner ist federleicht und aus Seide*. Das ist hautsympatisch. Hier rate ich Dir von Synthetik ab (ein Synthetik-Hüttenschlafsack verwandelt sich nämlich innerhalb von 1-2 Tagen in eine Miefwurst).

16) Erste-Hilfe-Pack, Rettungsdecke
Falls irgendwas unterwegs passiert, musst Du Dir helfen können – zumindest, bis Dich jemand erreicht! Eine Rettungsdecke* hält Dich solange warm und hilft auch bei Regen, Schnee oder extremem Wind. Erste-Hilfe-Packs* sind eigentlich schon gut ausgestattet. Allerdings solltest Du den Inhalt regelmäßig nach ein paar Jahren ersetzten.

17) Sonnenbrille und Ersatzbrille
Ich bin Brillenträgerin. Ohne Brille begrüße ich Laternenmasten und stolpere über Parkbänke. Eine Ersatzbrille ist für mich auf jeder Wanderung Pflicht – gerade, wenn ich so schnell keinen Optiker erreiche.

Die Sonnenbrille empfehle ich Dir auch ganz dringend. Denn in den Bergen ist die UV-Strahlung um einiges intensiver als im Tal. Und auf der Netzhaut wirkt ja die Sonnencreme nicht 😉

18) Blasenpflaster
Ein unerlässlicher Begleiter. Vor allem, wenn Du auch am nächsten Tag noch Freude am Wandern haben willst. Alles zum Thema „Blasen vermeiden“ findest Du hier.

19) Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Kamm, Tampons, Gehörstöpsel
Möglichst kleine Packungen mitnehmen. Zahnpasta, Seife und Kamm brauchst Du auch nur einmal mitnehmen, wenn Du in Begleitung wanderst – das spart zusätzliches Gewicht. Tampons: Die Pappschachtel lasse ich grundsätzlich im Tal und fülle die Tampons lieber in einen Gefrierbeutel. Ist leichter und nicht so sperrig! Wenn Du extrem an Gewicht sparen willst, sägst Du vor der Tour den Zahnbürstenstiel ab.  Die nächtliche Geräuschkulisse in Matratzenlagern kann schon sehr imposant sein. Wenn Du wirklich schlafen willst, dann sind Gehörstöpsel sehr ratsam.

20) regelmäßige Medikamente
Du weißt am besten, was Du regelmäßig brauchst. Nimm genau so viel mit, wie Du für die ganze Tour brauchst. Dazu noch eine Dosis in Reserve (falls was verloren geht).

21) leichtes Handtuch
Extra kleine und leichte Handtücher gibt es in jedem Outdoor-Shop. Sie bestehen aus einem Fleece, das einerseits sehr saugfähig ist, andererseits im Null-Komma-Nix trocknet. Wenn es nicht gerade regnet, hängt mein Handtuch* draußen am Rucksack.

22) Wegzehrung und Frischhaltedose
Als Verpackung für alles, was ich an Lebensmittel mitnehme, hat sich eine Frischhaltedose aus Plastik bewährt. So wird nichts zerdrückt und ist immer griffbereit. Und was kommt da hinein? Überlege Dir vor der Tour, wieviel Nahrung Du pro Mahlzeit normalerweise brauchst. Denke auch daran, dass Du Dich bewegst und anstrengst – also lieber einen Hauch mehr. Was Du dann einpackst, soll möglichst leicht und kompakt sein.

23) Geld und Alpenvereinsausweis
Beides erleichtert die Einkehr und das Bestellen von Mahlzeiten ungemein. Mit Alpenvereinsmitgliedschaft hast Du zudem immer das Recht auf einen (Not-)Schlafplatz. Das ist besonders dann wichtig, wenn viel los und die Hütte eigentlich belegt ist.

Tipp: Reserviere Dir einen Hüttenplatz am besten immer zwei Tage im Voraus. Das geht in der Regel telefonisch.

24) Telefon und Kamera
Da man heute so gut wie keine Hüttenübernachtung mehr ohne Reservierung bekommt, ist es sinnvoll, immer ein Telefon dabeizuhaben. Falls Du in eine Notsituation kommst, kann es Dir außerdem das Leben retten!
Wenn Du eine Kamera mitnehmen möchtest, wird Dein Gepäck automatisch schwerer. Daher wäge gut ab, ob Du wirklich alle Filter und jedes Wechselobjektiv brauchst. Ich meine – nein.

25) Ersatzbatterien/Ladegerät für GPS, Telefon und Kamera
Welche Elektrogeräte hast Du dabei? Kontrolliere vor der Tour, ob alle Akkus/Batterien noch voll sind. Nimm Dir für jedes Gerät Ersatzbatterien bzw. Ersatz-Akkus mit. Denke auch an Ladekabel und auf längeren Touren an ein Ladegerät*. Denn: Ein Elektrogerät ohne Strom taugt nur noch als Zusatzgewicht!

26) Sonnencreme, Sonnenhut
Beides ist unerlässlich! In den Bergen ist die UV-Strahlung um einiges stärker als im Tal. Wenn Du normalerweise keine Probleme mit Sonnenbrand hast, dann kannst Du da oben neue Erfahrungen sammeln. Lass es besser nicht so weit kommen und creme Dir ein!

Der Sonnenhut* sollte eine breite Krempe haben und ein Band, damit er auch bei Wind nicht wegfliegt. Die Krempe schützt das Gesicht vor zu viel Sonne und hilft auch bei Regen. Außerdem empfehle ich Dir, auf gute Belüftung zu achten, damit es nicht zum Hitzestau kommt.

27) Leatherman
Ich hätte auch Taschenmesser schreiben können – das wäre allerdings dann nur die halbe Wahrheit. Mit dem Leatherman* habe ich nämlich nicht nur ein Messer dabei, sondern außerdem noch eine Zange, einen Seitenschneider, eine Säge, eine Schere, eine Feile, …

Tipp: Zumindest in Deutschland ist es verboten, ein Taschenmesser mit sich herum zutragen, dass eine feststehende Klinge hat und mit einer Hand zu bedienen ist. Wenn Du Dich nicht strafbar machen willst, lasse Dich dazu im Fachhandel beraten.

28) Mülltüten für Kleidung, Mülltüte für Rucksack
Da kein Rucksack wirklich so dicht ist, wie der Typ im Laden versprochen hat, verpacke ich meine Kleidung immer noch mal in einen wasserdichten Müllbeutel. Das schützt vor bösen Überraschungen! Außerdem nehme ich einen entsprechend größeren Plastikbeutel mit, in den im Notfall der ganze Rucksack hineinpasst. Wenn es mal ganz übles Wetter gibt und nicht genug Unterstand, dann einfach den Rucksack verpacken und Dich selber unterstellen.

29) Signal-Pfeife
Mit der Signal-Pfeife* kannst Du auf Dich aufmerksam machen, wenn Du Hilfe brauchst. Das Schöne: Braucht keinen Strom und keine Streichhölzer!

30) Notizbuch und Bleistift
Ein kleines Notizbuch mit besonders dünnem Umschlag habe ich immer dabei. Klar, denn ich will ja meine Erlebnisse an Dich weitergeben. Außerdem kann es immer mal sein, dass Du Dir eine Notiz machen möchtest, irgendwo eine Nachricht hinterlassen musst o.ä. Mein Notizbuch verzeiht es, wenn ich dafür eine Seite herausreiße. Zum Schreiben nehme ich mir am liebsten einen kurzen Bleistift mit. Schreibt immer. Läuft nicht aus. Und als Spitzer habe ich ja den Leatherman dabei.

31) Toilettenpapier
Das ist so naheliegend, dass es leicht in Vergessenheit gerät. Aber spätestens, wenn Du irgendwo im Nirgendwo bist, fällt es Dir auf. Und dann wirst Du es vermissen. Natürlich brauchst Du keine ganze Rolle mitnehmen – viel zu sperrig. Roll Dir soviel ab, wie Du vermutlich für die Tour brauchst. Sollte es einmal nicht ganz reichen, wird man Dir sicherlich auf der nächsten Hütte aushelfen.

32) Trekkingstöcke
Im Gebirge ist der Gebrauch von Trekkingstöcken* sinnvoll, da sie beim Gehen die Knie entlasten. Die Hüft- und Kniegelenke werden es Dir danken. Übrigens: Du wirst mich nur manchmal auf Bildern mit Stöcken sehen. Vom Klettern sind meine Handgelenke etwas vorgeschädigt, daher sind mir Stöcke eher unangenehm. Deshalb entscheide ich immer spontan, ob ich lieber mit oder ohne Stöcke wandere. Es ist also auch für Dich eine Ermessenssache ob Du Trekkingstöcke verwenden möchtest oder nicht. Probier es einfach aus.

Was keiner braucht (nicht vollständig):

    • Hüttenschuhe – stehen auf jeder Hütte, kannst Du Dir da leihen
    • normalen Schlafsack – die Decken auf den Hütten reichen aus
    • Campingkocher, Geschirr, … – als Neuling solltest Du Dich erst mal auf die Wanderung konzentrieren. Die Hütte verpflegen Dich gut. Und wenn Du im Alpenverein bist, kannst Du das günstigere Bergsteiger-Menü bekommen. Auf den Wander-Etappen verpflegst Du Dich möglichst einfach.
    • Spiele – gibt es auf den Hütten
    • Bücher oder Zeitungen – gibt es auch auf den Hütte
    • Signalraketen – nur dann, wenn auch Eisbären in der Nähe sind
    • Reisewaschmittel – die meiste Zeit des Tages riecht niemand, was Du am Leibe trägst. Und wenn es mal nötig ist, etwas auszuwaschen, dann reicht klares Wasser oder die Seife, die Du im Gepäck hast.
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…mit leichtem Gepäck