Kostenlose und preiswerte Bildbearbeitungsprogramme

Wenn man von Bildbearbeitung spricht, so meint man in der Regel die Korrektur von Fehlern. Es befinden sich Sensorflecken auf dem Foto, der Horizont eines Fotos ist schief oder die Belichtung stimmt nicht. Dazu kommen kleinere Retuschierarbeiten oder Farbkorrekturen. Meistens reichen diese kleinen Änderungen aus, um ein Foto aufzuwerten.
Um diese Korrekturen durchzuführen, benötigst Du ein Bildbearbeitungsprogramm. Da Du vermutlich, wie die meisten von uns, nicht von der Fotografie lebst, möchtest Du wahrscheinlich auch keine horrenden Summen für ein Bildbearbeitungsprogramme ausgeben.
Im Folgenden stelle ich Dir einmal drei kostenlose und zwei preiswerte Programme vor.

Gimp – der kostenlose Alleskönner

Gimp ist eine Open Source Software mit einer Vielzahl an Korrekturmöglichkeiten, die qualitativ schon recht nah an Photoshop® heranreichen. So gibt es Werkzeuge zum Ausrichten und Zuschneiden von Fotos, sowie für Korrekturen der Belichtung, des Kontrastes, der Farbe, der Schärfe u.v.m.
Die Bildbearbeitungssoftware wurde ursprünglich für Linux-Systeme konzipiert, ist aber längst auch für Windows erhältlich. Mit dem Einfenster-Modus wirst Du Dich auch als Windows-User auch sofort gut zurechtfinden.
Eine der Stärken von Gimp sind seine Erweiterungen. Wie für Photoshop® gibt es zahlreiche Plugins. Erwähnenswert erscheint mir das Skript-FU-Plugin zu sein, eine eigene Skriptsprache für Gimp. Mit Skript-Fu lassen sich eigene Makros für sich wiederholende Aufgaben erstellen, die Dir das Leben sehr erleichtern können. Darüber hinaus kannst Du auch noch einen RAW-Konverter installieren.
Was es bei Gimp bislang immer noch nicht gibt, ist die 16-Bit-Farbtiefe pro Kanal. Sie wird aber bei  Version 3.0 erwartet.
Alles in allem ein Top-Programm für einen unschlagbaren Preis.
Gimp gibt es für nahezu alle bekannten Betriebssysteme.

Preis: kostenlos

Gimp Webseite
Gimp Dokumentation

NIK Collection

Hier heißt es, schnell sein. Die NIK Collection wurde ursprünglich als Bezahl-Software entwickelt und gehandelt, bis Google im September 2012 sie übernommen hat und sie schließlich kostenlos weitergab. In diesem Jahr – 2017 –  ging die NIK Software in den Besitz der Softwareschmiede DXO über und diese kündigt eine neue Version für Mitte 2018 an. Noch kann man sie aber kostenlos herunterladen, allerdings ohne Support und Updates.
Die NIK Collection besteht aus den Filtern Analog Efex Pro, Color Efex Pro, Silver Efex Pro, Viveza, HDR Efex Pro, Sharpener  Efex Pro und Dfine. Damit lassen sich erweiterte Bearbeitungen für verschiedene Themen vornehmen, wie zB. Schwarzweiss Konvertierung, HDR-Bearbeitung, Schärfen und Rauschreduzierung. Es gibt zahlreiche Voreinstellungen und die Fotos können selektiv bearbeitet werden ohne komplexe Masken oder Auswahlen erstellen zu müssen. Das erspart Zeit und Nerven.
Die Software wurde als Photoshop® Plugin konzipiert, kann aber auch als Stand Alone betrieben werden. Die Nik Collection ist unbedingt empfehlenswert!
Betriebssysteme: Mac® OS X 10.7.5 bis 10.10 und Windows Vista®, Windows 7, Windows 8
Ob Windows 10 funktioniert muss man testen.

Preis: noch kostenlos

Nik Collection bei Google
Nic Collection bei DXO

LightZone

Obwohl das Open Source-Projekt LightZone nicht wirklich als Alternative zu Lightroom® angesehen werden kann, lohnt es sich jedoch, einen Blick darauf zu werfen. Wie Lightroom® kann man mit dem Programm Kamerarohdaten, also RAW-Dateien, bearbeiten. LightZone kann durch zwei Merkmale überzeugen. Es ist kostenlos und ist für unterschiedliche Betriebssysteme (Windows, Mac OS X und Linux) konzipiert. Zudem verfügt es über einige leistungsstarke Features.
Die Software ist in zwei Hauptmodule aufgeteilt. Das Modul Browse ist ein Fotobrowser ähnlich wie die Bibliothek in Lightroom®. Hier können Fotos in Verzeichnisse geordnet werden und Bewertungen etc. vorgenommen werden.  Im Modul Edit findet die Bildbearbeitung statt. Neben den Standardwerkzeugen (Schärfen, Weißabgleich, Farbton/Sättigung) gibt es noch einige weitere interessante Bearbeitungswerkzeuge.
Zentrale Bedeutung kommt dabei dem ZoneMapper zu. Hier könnt Ihr die Helligkeit und den Kontrast für Lichter, Mitteltöne oder Tiefen im ganzen Bild oder in Teilbereichen in allen Kombinationen verändern. Wie der Name schon andeutet, überträgt der ZoneMapper das analoge Zonensystem, dass die beiden Fotografen Ansel Adams und Fred Archer entwickelt haben, auf die digitale Bildbearbeitung. Das System der beiden Fotografen besteht aus 10 Zonen, wobei 0 für schwarz, 5 für mittleres Grau und 10 für weiß steht. Der ZoneMapper hat 16 Zonen.

Leider gibt es LightZone nur auf Englisch.
Download nur nach Registrierung.
Betriebssysteme: Windows, Mac®, Linux

Preis: kostenlos

Webseite LightZone
Ansel Adams
Webseite Ansel Adams
Fred Archer
Das Zonensystem

Lightroom® – Der Platzhirsch

Adobe Lightroom® steht – zusammen mit Capture One – unangefochten an der Spitze der RAW-Konverter. Alle Funktionen besitzen professionellen Status.
Das Programm ist in verschiedene Module unterteilt, wobei uns hauptsächlich die Module Bibliothek und Entwickeln sowie Drucken interessieren.
Die Bibliothek ist ein Fotobrowser, in dem Ihr Eure Fotos organisieren und ordnen könnt und eine Vielzahl an Informationen zu den einzelnen Fotos bearbeiten könnt. In diesem Modul geschieht auch der Im- und Export von Fotos.
Das Zentrum Lightrooms® ist das Entwickeln-Modul. Hier werden allen Bildkorrekturen vorgenommen. Das Schöne an Lightroom ist, dass die Anordnung der Bearbeitungswerkzeuge sich ziemlich mit meinem Workflow deckt. Ich kann sie so einfach von oben nach unten abarbeiten.
Adobe möchte auch die Lightroom Lizenz in Zukunft nur als Abo vergeben, man kann aber die CS6 Version noch bei Adobe und bei vielen Händlern kaufen. Der Support wird allerdings Ende 2017 eingestellt.

Im Übrigen kann man sich Photoshop CS2 jetzt kostenlos herunterladen.

Preis: ca. 139,00 €

Lightroom CS6
Photoshop CS2

Affinity Photo

Die Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo der Firma Serif wird immer mehr als ernstzunehmender Konkurrent für Photoshop® gehandelt. So ist der Aufbau der Software sehr stark an Photoshop® angelehnt, sodass ein Umsteiger oder ein mit Photoshop® vertrauter Fotograf sich sehr schnell zurechtfindet.
Affinity Photo besitzt alle Merkmale, die eine professionelle Bildbearbeitungssoftware heute aufweisen muss. Das Programm erlaubt RAW-Bearbeitung, HDR-Kombinationen, Montage von Panoramabildern, Focus Stacking, professionelle Retusche, Stapelverarbeitung, Malen, Bearbeitung von 360° Bildern sowie komplexe Ebenengestaltung. Es lassen sich Photoshop® Dateien, auch mit allen Ebenen und Anpassungen, in Affinity Photo importieren. Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Tutorials über die Funktionsweise der Software.
Für weitere Informationen empfehle ich die Webseite.

Preis: ca. 55,00 €

Affinity Webseite

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