Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Am Ende des langgezogenen Saksuntales liegt das Dorf Saksun. Es ist ein altes Dorf. Das sieht man sofort, wenn man es betritt. Viele alte Holzhäuser mit den für die Färöer-Inseln typischen Grasdächern und eine schneeweiße Holzkirche lassen einen von alten Zeiten träumen. Das Dorf ist nach wie vor bewohnt, die Bauern bewirtschaften das bisschen Ackerland und Mähweiden. Rundherum grasen Schafe.

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Saksun

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Saksun

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Saksun

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Saksun

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Saksun

Von hier aus startet eine Wanderung über den Pass zwischen den beiden Bergen Heyggiurin und Melin und führt hinunter nach Tjørnevíg. Hier, auf der Insel Stremoy, der größten Insel der Färöer, wollen wir heute unterwegs sein. Es sind 13°C, die Sonne scheint und leichter Sprühnebel  – also perfekte Wanderbedingungen.
Eigentlich hatten wir geplant, noch einen Kaffee in Saksun zu trinken. Das Café, so erzählt mir einer der Anwohner, macht jedoch erst in einem Monat auf. Das dauert mir zu lange, daher brechen wir ohne Kaffee auf.

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Saksun

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Die Kirche von Saksun

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Der Fjord bei Ebbe

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Auf dem Weg zum Pass

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Hoch über Saksun

Mit jedem Meter, den wir aufsteigen, bekommen wir einen besseren Überblick über das Dorf, das wir zurücklassen und über den kleinen Fjord, an dem es gelegen ist. Gerade ist Ebbe. Da besteht der Fjord nur aus einer Sandbank und dem Mäander des Flusses Gellingará, der hier in einem Wasserfall im Tal endet und ins Meer fließt. Später, bei Flut, wird der ganze Fjord von Meerwasser ausgefüllt sein.
Der Weg ist nicht schwierig, jedoch ziemlich steil, der Pfad deutlich zu erkennen und gut markiert. So gibt es keine Schwierigkeiten bei der Wegfindung und ich kann meinen Blick schweifen lassen, meine Gedanken ebenfalls.
Wie alle Berge auf den Färöer-Inseln, so ist auch der Berg, den wir jetzt hinaufgehen, gestuft. Das kommt von den beiden Gesteinsarten Basalt und Tuff, die in Schichten übereinander liegen und unterschiedlich schnell verwittern. Eine weiche Tuffschicht endet. Dann steigt meist senkrecht ein Basaltrigel auf. So geht es über viele Stufen mal flach, dann wieder sehr steil bergauf.

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Auf dem Weg zum Pass

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Auf dem Weg zum Pass

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Auf dem Weg zum Pass

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Auf dem Weg zum Pass

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Auf dem Weg zum Pass

Bis zur oberen Kante des ersten Riegels können wir hinaufsehen. Dort steht ein riesiges Steinmännchen und gibt die Richtung an. Über die Kante gelangen wir in ein langgestrecktes Trogtal, das bis zum Pass hin reicht.
Hat man vom Meer aus den Eindruck, dass die Inseln schroff und kahl sind, so stelle sich an Land schnell heraus, dass alles saftig grün bewachsen ist. Da es so gut wie keine Bäume und Sträucher gibt, scheint alles eine Graswüste zu sein. Jetzt jedoch, da ich mitten in den Bergen laufe, erschließt sich mir die vielfältige Blütenpracht. Knabenkraut, Sumpfdotterblume und Hahnenfuß, Grasnelke, Leimkraut und Hainveilchen und viele andere Gebirgspflanzen liefern bunte Farbtupfen.
Über den ganzen restlichen Weg werden wir nun von Steinmännchen geleitet. Gut zu erkennen und sogar mit kleinen grünen Schildern durchnummeriert. Gleich an Steinmann Nr. 4 könnten wir auch in Richtung Haldarsvík abbiegen. Undeutlich erkennt man den abzweigenden Pfad. Vielleicht ein andermal. Jetzt laufen wir erst einmal durch das Trogtal und werden von Austernfischern umkreist.

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Hier mäandert der Gellingará

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Auf dem Weg zum Pass

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Auf dem Weg zum Pass

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Mäandernder Bach

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Auf demWeg zum Pass

Die machen einen Höllenaufstand, da wir scheinbar ihren Brutfelsen zu nahe kommen. Unter uns, im Grund des Trogtals, fließt der Flusses Gellingará in dekorativen Schlangenlinien. Die Sonne kommt immer wieder hervor und malt Lichtflecken auf die benachbarten Hänge. Beim Blick zurück taucht Vágar, die Nachbarinsel im Süden, immer wieder aus den Wolken auf.
Dann wird der Wind stärker, wir nähern uns dem Pass. Nicht nur das. Auch die Wolken entschließen sich, uns Gesellschaft zu leisten. Unvermittelt stehen wir im Nebel und sehen gar nichts mehr. Das zwingt uns zum Anhalten, wir wollen nichts riskieren.

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Der Blick vom Pass nach Tjørnuvík mit Risin und Kellingin

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Dank des starken Windes klart es schnell wieder auf. Das Panorama, das sich uns nun öffnet ist atemberaubend. Bis hinunter zur Küste geht der Blick. Dort stehen an der äußersten Spitze der Insel Eysturoy die beiden Felstürme Risin und Kellingin im Meer.
Der Riese und die Trollfrau – so sagt man – wurden einst von Island beauftragt, die kleinen Färöer-Inseln, die so einsam und verlassen im Atlantik liegen, etwas näher heranzuziehen. Das hätte auch sicher funktioniert, wäre nicht irgendwann der Tag angebrochen und die beiden Trolle zu Stein erstarrt. So hat sich am ursprünglichen Platz, wo sich die Färöer befinden, nicht viel verändert.

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Wir hingegen freuen uns an der Sonne, die nun wieder auf uns herabscheint und steigen in Richtung Tjørnevíg den Steinmännchen folgend ab. Auch auf dieser Seite des Passes öffnet sich ein weites Trogtal, dass jedoch bis hinunter zum Meer reicht und in dessen Rondell sich unzählige kleinere und größere Flüsse ergießen. Zentral in der Mitte der breite Wasserfall, der kurz vor dem Erreichen des Meeres in einer Klamm verschwindet und dann, wenige Dutzend Höhenmeter über dem Dorf wieder als breiter Fluss zutage kommt.
Das Dorf taucht jetzt ebenfalls hinter einem Felsen auf, den wir umwandern. Etliche alte und neue Holzhäuser, die kleine Kirche in der Mitte. Dahinter der Breite Sandstrand, der rechts und links zum Fjord von steilen Bergen begrenzt wird.

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Abstieg nach Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Wasserfall

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Knabenkraut

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Tjørnuvík

Perfekte Surfwellen laufen an den Strand. Wir halten Ausschau. Nein, heute ist kein Surfer unterwegs. So wie wir gehört haben, soll der Strand ein bekannter Spot bei Surfern von nah und fern sein. Schade, das hätte ich mir gerne eine Weile angesehen.
Auf den letzten Metern hinab ins Tal steigen wir zunächst wieder einen unschwierigen Felsweg ab, dann erreichen wir ein Tor. Dahinter beginnt das Wirtschaftsland von Tjørnevíg. Noch ein paar Schritte entlang dem von Sumpfdotterblumen bestandenen Bach. Dann stehen wir mitten im Dorf und am Kaffee- und Waffelstand, einer Art Puppenhaus mit zugehöriger Klappbank. Damit ist der Tag gerettet und die Wanderung perfekt.

 

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Tjørnuvík

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Das Cafe von Tjørnuvík

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Tjørnuvík

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Am Strand von Tjørnuvík mit Risin und Kellingin

Wanderung von Saksun nach Tjørnuvík

Risin und Kellingin

Infos:

Wegbeschreibung:

Start auf dem Parkplatz neben dem Weg Richtung Kirche in Saksun. Gehst Du von hier aus weiter die Straße in Richtung Küste, so findest Du nach etwa 50 m auf der anderen Straßenseite einen Pfad, der neben dem Bach den Berg hinauf führt. Dieser ist breit und jederzeit gut zu erkennen. Im unteren Bereich markieren gelb-rote Holzpflöcke den Weg. Links auf dem Kamm erkennst Du schon ein großes Steinmännchen. Dies und alle weiteren Steinmännchen sind durchnumeriert und helfen bei der Orientierung. Am Pass kann die Wegfindung ein bisschen schwieriger sein, da dort viele große und kleine Steine liegen und man daher die Steinmännchen weniger gut erkennen kann. Sobald der Abstieg nach Tjørnuvík beginnt, wird der Weg schnell wieder eindeutig.
Nach Tjørnuvík fährt ein Linienbus. Nach Saksun hingegen nicht. Trampen ist in der Regel jedoch einfach und eine gute Alternative zum Taxi.
Länge: ca. 7 km
Höhenmeter: 522 m

 

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