Wandern im Naafbachtal

Dieses Jahr gab es einen Goldenen Oktober, wie ich noch keinen erlebt habe. Und als Zugabe haben wir jetzt einen Goldenen November. Viel zu schön, um drinnen zu bleiben.

Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal

Wandern im Naafbachtal

Spätsommerlich warm ist es. Richy und ich wandern heute durch das Naafbachtal. Das liegt kurz hinter Overath, ganz in der Nähe von Marialinden im Bergischen Land und ist für mich eine Seelenlandschaft, die ich seit Kindertagen immer wieder besucht habe.
Nichts ist wirklich spektakulär hier: Es gibt keine hohen Berge, keinen rauschenden Wildbach, die Dörfer sind eher klein und lauschig und sogar die Wallfahrtskirche in Marialinden kommt bescheiden daher. Dafür sieht alles harmonisch und lieblich aus – mehr Spektakel braucht es nicht.

Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal

Das liebe Vieh

An der Fischermühle, einem Traditionslokal mit wunderbarer bergischer Kaffeetafel, beginnt unser Weg und folgt ein Weilchen dem Bergischen Weg. Der Naafbach plätschert neben uns. Viel Wald, sanfte Hügel und Wiesen umfangen uns, bald verschwinden die Straßengeräusche hinter uns. Hähne krähen, Hunde bellen sich über die Hügel etwas vor, Vögel zwitschern.
Im Bergischen schaut man nicht weit ins Land. Die nächste Wiese endet bald am Waldrand, hügelig ist es außerdem. Hier werden nur selten Feldfrüchte angebaut, zu wenig Platz in den Tälern, zu schlechter Boden. Stattdessen lebten die Bauern meistens von der Viehwirtschaft und vom Holz. Und weil es genügend Weiden gab und gibt, sind die bergischen Kühe aller meistens „glückliche Kühe“.Jede Menge davon schauen uns beim Wandern zu – wenn sie nicht Besseres zu tun haben, wiederkäuen, dösen, sich sonnen.

Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
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Abendessen am Wegesrand

Wir haben inzwischen Breitenstein hinter uns gelassen und laufen ein Stück bergauf, entlang der schmalen Landstraße nach Niedergrützenbach. Der Orte bestehen aus den typischen schwarz-weißen Fachwerkhäusern und liegt oben, oberhalb des Naafbachtals. Nicht so hoch wie Obergrützenbach versteht sich. Aber hoch genug, um zumindest in einer Richtung eine schöne Aussicht über die Gegend zu haben.
Dann wird es wieder waldiger, Champinons wachsen am Wegrand. Sogar ein paar Gänseblümchen trauen sich noch heraus. Erstaunlich für einen Tag mitten im November.

Wandern im Naafbachtal
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Wandern im Naafbachtal
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Inflation der Täler

Bei Birkenhof tauchen die beiden Turmspitzen zwischen den Bäumen auf. Von hier aus kann ich die Wallfahrtskirche in Marialinden sehen. Dort hinzulaufen wäre möglich, machen wir jedoch heute nicht. Stattdessen geht es noch ein wenig bergauf und bergab, zwischen Pfedekoppeln und Hühnerställen, vorbei an Ziegen und Gänsen und durch kleine Waldstücke bis nach Hardt und nach Falkemich – wo wir erneut den Spuren des Bergischen Weges folgen – und von dort in ein weiteres Naafbachtal.
Eben jenes, das unterhalb von Niedergrüztenbach liegt. Es ist tief eingeschnitten, jedoch nur von einem dünnen Rinnsal durchflossen. Das mündet zwar in den Naafbach, sollte jedoch meiner Meinung nach einen eigenen Namen haben. Ich bin irritiert.

Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
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Alte Bergbaugegend

Kurz bevor wir die Landstraße erreichen, passieren wir einige Fischteiche. Ein Stückchen Brot, dass ich hineinwerfe, ist bald verschlungen. Etliche Rückenflossen zeigen, dass dort unten etwas los ist.
Die letzten Meter entlang der Landstraße führen an der Grube Nikolaus vorbei. Was man der Gegend kaum anmerkt: Sie war einmal eine Bergbauregion. In Erzgruben wurde bis ins vorherige Jahrhundert hier Eisen, Zink und anderes Metall gewonnen. Heute sind die Grube und auch alle dazugehörigen Gebäude aufgelassen, niemand verdient hier noch sein Geld unter Tage.

Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
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Zum guten Ende – Kaffee

Dann stehen wir wieder an unserem Ausgangspunkt. Wie gut, dass es hier einen Kaffee gibt. Das ist der richtige Abschluss für diese Wanderung.

Wandern im Naafbachtal
Wandern im Naafbachtal
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Infos:

Wegbeschreibung:

Einfache Wanderung auf ebenen, breiten Wegen.

Länge: ca. 8 km
Höhenmeter hoch/runter: ca 330 m

 

Start: Auf dem Wanderparkplatz an der L 312 neben der Fischermühle.

Vom Parkplatz gehst Du zur Fischermühle über einen schmalen Steg über den Naafbach. Dann rechts entlang dem Bach bis nach Breitenstein.
Hier führt die schmale, wenig befahrene Landstraße durchs Dorf bergauf und dann bis nach Niedergrüztenbach.
An der Einmündung zur Landstraße K37, gehst Du nach links bis zur Bushaltestelle am Ortseingang und hier nach rechts auf die schmale Straße nach Birkenhof. Den Ort durchquerst Du erst einmal, am Ortsende knickt dann nach links ein Feldweg ab, der Dich nach Hardt führt. Solltest Du den Feldweg verpassen – macht nichts. Folge dann einfach weiter der Straße, die führt ebenfalls nach Hardt.
Hier  angekommen wird es einmal ein bisschen kniffelig: Über den Feldweg bist Du jetzt im Dorf angekommen und gerade an einer baufälligen Fachwerk-Scheune auf der Rechten vorbei gelaufen. Nach wenigen Metern gabelt sich die Straße. Nach links führt Dich jetzt Dein Weg. Der sieht im ersten Moment aus, wie eine Hofzufahrt, geht ein wenig bergauf und dann in eine Rechtskurve. Zu beiden Seiten stehen Holzstapel. Sobald Du um die Kurve kommst, siehst Du, dass es sich um einen Feldweg handelt.
Folge ihm bis Du zu einer Einmündung kommst. Hier biegst Du nach rechts ab und folgst der Kurve gleich wieder nach links. Bergab geht es nun in den Wald. Du brauchst nur dem breitesten Weg folgen, der in einer Kurve bis zum Waldrand läuft und dann nach Falkemich führt. Beim Wegekreuz am Ortseingang wendest Du Dich gleich wieder nach rechts und umrundest den Hof zu Deiner Linken. Rechts und noch einmal rechts, dann stehst Du wieder an der Hauptstraße in Falkemich.
Überquere diese und laufe geradeaus leicht bergab in die Straße vor Dir. Du kommst an Pferdeställen vorbei. Gehe geradeaus bis Du an dem letzten Stall vorbei bist. Der Weg biegt hier nach links, leicht bergab. Auf der rechten Seite siehst Du eine schmale bewaldete Schlucht. Folge dem Weg bis nach Niedergrüztenbach.
Nach einer scharfen Rechtskurve stehst Du vor dem ersten Gebäude. Vor dem Haus gehen zwei Wege nach rechts. Nimm den ersten, der bergab ins Tal führt.
Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Bis zur Landstraße gibt es keinen Abzweig mehr. An der Landstraße gehst Du am Straßenrand nach links, vorbei an der Grube Nikolaus. Nach ein paar Metern siehst Du schon die Fischermühle.

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