Trapani – windige Stadt im Meer

Von San Vito aus ist Trapani die nächstgelegene Stadt. Ganz im Westen, versprüht sie vielleicht weniger Glamour, ist jedoch allemal einen Besuch wert. Zudem ist sie das Tor zur Inselwelt südwestlich von Sizilien und gleichzeitig der Hafen der historischen Stadt Erice. Was es in Trapani zu sehen gibt? Wir haben uns hierzu mit Claudia Figuccio getroffen.

Trapani - windige Stadt im Meer

Claudia und Astrid im Gespräch

Trapani - windige Stadt im Meer

Auch in Trapani eine Seltenheit – Hotel direkt am Meer

Trapani - windige Stadt im Meer

Ein Blick von der Terrasse

Trapani - windige Stadt im Meer

Im Speisesaal

Astrid: Hallo Claudia. Schön, dass wir Dich treffen können. Du kannst uns etwas über Sizilien und über Trapani erzählen?

Claudia Figuccio: Ja, sicher! Trapani ist eine bunte kulturelle Mischung, weil wir mitten im Mittelmeer gelegen sind und alle bei uns vorbei kamen. Das heißt genau an der Straße von Sizilien zwischen tyrrhenischem Meer und dem Mittelmeer.

Trapani - windige Stadt im Meer

Hotelzimmer

Trapani - windige Stadt im Meer

Salzverschiffung

Trapani - windige Stadt im Meer

Chiesa di Sant‘ Agostino – das grosse Rosettenfenster

Trapani - windige Stadt im Meer

Chiesa di Sant‘ Agostino

Dann gibt es sicher viel zu erzählen. Magst Du Dich erst mal vorstellen?

Ich heiße Claudia, bin 31 Jahre alt, lebe in Trapani. Ich bin Hotelsekretärin und im besten Sinne „Mädchen für alles“. Wenn es etwas zu organisieren gibt oder die Gäste Fragen und Wünsche zu ihrem Aufenthalt haben, dann suche ich ihnen die schönsten Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote und so weiter heraus und sorge dafür, das sich alle wohl fühlen. Und ich freue mich natürlich, wenn meine Gäste wiederkommen.

Viele Gäste machen zum Beispiel einen Ausflug nach Palermo und wollen dort das Marktviertel sehen. Oder nach San Vito um dort zum Klettern.

Wir auch!

Außerdem sind dort noch zwei Naturreservate und unglaublich viele Orte, die man besuchen kann. Das schönste Reservat dort ist das Zingaro Naturreservat. Drei Wanderungen laufen dort hindurch, einer an der Küste, ein schwieriger Weg oben durch die Berge und ein mittlerer auf halber Berghöhe – für Leute wie mich. Ich bin nicht besonders sportlich, bin aber sehr gerne in der Natur.

Lo Zingaro mag ich auch sehr. Die kleinen Palmen, die Grotten, an denen man vorbeiwandert. Es ist sehr schön dort.

Ganz früher in ferner Vergangenheit waren die Leute, die nach Sizilien kamen, oft Eroberer. Alle die kamen, machten ihre Geschäfte und verschwanden dann wieder. Immer und immer wieder. Weil es so zentral gelegen ist, ist Trapani daher einer der ältesten Handelsplätze auf Sizilien. Wer mit dem Schiff hierher kam, blieb meist nicht im Hafen, weil das zu gefährlich war, sondern reiste weiter nach Erice. Denn Trapani war eigentlich der Hafen von Erice. Das Leben in Erice auf dem Berg war damals angenehmer. Die Stadt hatte eine große Stadtmauer und war daher recht sicher. Auch Trapani hat eine Stadtmauer, war jedoch als Hafen von Erice angelegt worden.

Die beste Süßigkeit aus Erice ist …

Marzipan?

Nein, nein, nicht das Marzipan! Sondern Genovesi. Der Name bedeutet eigentlich „Einwohner von Genua“. Aber es ist auch die Bezeichnung für eine Süßigkeit, die wir in Erice herstellen. Es ist etwas ganz besonderes.

Warum?

Das ist eine gute Frage. Man erzählt, es gab einen Einwanderer, der ursprünglich aus Genua stammte und früher Söldner der englischen Armee war. Er kam nach Trapani und besuchte Erice. Dort blieb er für lange Zeit, nämlich bis zu seinem Tod. Was unterschied ihn von den anderen Leuten? Nun, er wurde von allen der „Genoveser“ genannt. Er backte als Erster die Genovesi – kleine Kuchen. Außen ist es ein Mürbeteig und innen eine Vanillecreme.

Außerdem gab es in Erice ein Kloster, in dem sehr gut gekocht wurde. Dieses Kloster war auch ein Waisenhaus. Der Abt probierte die Genovesi und beschloss, sie nachzukochen. Heute gibt es nur noch eine Person, nämlich Maria Grammatico, die die originalen Genovesi herstellt. Sie ist eines der ehemaligen Waisenkinder. Sie hat keine Verwandtschaft und keine Kinder und ist mittlerweile 80 Jahre alt. Und das Rezept ist ein Geheimnis – wie Coca Cola.

Und Sie hat keine Schüler, die das Rezept übernehmen?

Nein. Und ja, denn das ist nur so eine Geschichte. Was jedoch wahr ist, ist dass es nur einen Ort gibt, an dem die originalen Genovesi hergestellt werden, nämlich die Pasticceria Maria Grammatico in Erice. Überall gibt es zwar Schilder auf denen „Genovesi Ericine“ angeboten werden. Das sind aber nicht die Originale.

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Palazzo Cavarretta

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In Trapani

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Cattedrale di San Lorenzo

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In den Strassen von Trapani

Bist Du eigentlich hier geboren?

Ich bin eine Ericina. Das besondere an Trapani ist nämlich, dass Trapani zwar Provinzhauptstadt ist, jedoch kein eigenes Krankenhaus hat. Das liegt daran, dass das Gemeindegebiet von Trapani in zwei Teile geteilt ist. In dem einen Teil ist man in Trapani, wechselt man die Straßenseite, dann ist man schon in Erice. Und dort ist auch das Krankenhaus. Die Kinder von Trapani kommen also meistens in Erice zur Welt. Das war nicht immer so. Bis 1968 gehörte das Krankenhaus noch zu Trapani. Und alle, die danach geboren wurden sind Bürger von Erice. Und das ist lustig, denn die Stadt oben auf dem Felsen ist sehr, sehr klein, hat aber unheimlich viele Einwohner.

In Marsala ist das ganz anders. Es ist unterteilt in Stadtviertel. Und jedes sieht anders aus. Es ist ja bekannt für seinen Dessertwein und sieht auch sehr hübsch aus. Die Altstadt ist allerdings sehr klein. Es gibt dort viele moderne Lokale und ein reges Nachtleben mit Musikclubs.

Und in Trapani?

Gibt es hier nur wenig. Dafür kommen die Leute hier hin, um zu essen. Hier gibt es sehr viele gute Restaurants. Einige wenige Kneipen, aber in Kneipen zu gehen, ist hier auch nicht so üblich. Das liegt vielleicht daran, dass es hier in Trapani im Winter ziemlich kalt werden kann, weil es so eine windige Stadt ist. Es ist deutlich windiger, als in anderen Städten auf Sizilien.

Wegen seiner Lage?

Ja. Außerdem ist es hier eher üblich, sich gegenseitig zu besuchen. Daher machen gerade die jüngeren Leute selten Kneipenbesuche.

Und wenn ich als Tourist nach Trapani komme, was erwartet mich denn dort?

Normalerweise kommen Touristen im Sommer oder in der Osterzeit hier her. Ostern hat für uns eine sehr alte Tradition. Denn es gibt eine zweitägige Prozession, die von Karfreitag bis Karsamstag stattfindet. Zwanzig Statuen mit den einzelnen Kreuzstationen werden dabei herum getragen. Die Prozession dauern Tag und Nacht an, bestehen aus den Statuen, den Leuten und auch Musikkapellen laufen dabei mit. Diese spielen dann Trauermärsche. Es ist eine Mischung aus gelebtem Glauben und Folklore. Sehr stimmungsvoll.

Viele Sizilianer sagen: „Trapani, mag ich nicht. Da möchte ich nicht leben. Lieber in England, Frankreich oder in Deutschland.“ Aber zu Ostern kommen alle zurück. Und wenn es mal nicht klappt, ärgern sich alle: „Ich wollte so gerne herkommen. Auf jeden Fall dann nächstes Jahr!“

In Trapani gibt es sehr viele Kirchen. Jeder, der als „Invasor“ hierher kam, wollte etwas hinterlassen. Das waren dann meistens Kirchen. Deshalb sind auch alle christlichen Glaubensrichtungen hier vertreten. Zum Beispiel hat St. Peter eine sehenswerte Orgel – die einzige dieser Art, die auch funktioniert. Immer im Dezember kann man bewundern, wie drei Musiker darauf spielen. In St. Domenico, einer besonders alte Kirche mit einem angeschlossenen Kloster, ist der Hauptaltar besonders. Die Kreuzdarstellung ist sehr realistisch. In der Skulptur hat man mit verschiedenen wissenschaftlichen Methoden eine kleine Box mit Reliquien gefunden. Im zugehörigen Kloster kann man einen originalen Keramikfliesen-Boden (einen Maioliche Siciliane) bewundern – sehr schön!

Leben da noch viele Mönche?

Nein, kein einziger mehr. Sehr viele der Kirchen werden auch heute nicht mehr im ursprünglichen Sinne benutzt und stehen leer. Z. B. St. Agostino, die eines der größten Rosettenfenster über dem Eingang besitzt. In dieser Rosette sind Symbole aller drei größten Religionen untergebracht, die sich hier in Trapani angesiedelt haben, dem Islam, dem Judentum und dem Christentum. Das soll die Freundschaft unter diesen Gruppen darstellen. In der Mitte der Rosette sieht man ein Lamm mit einem Kreuz, also das Symbol Jesu.

Du sagst, dass früher viele Menschen aus allen Kulturen hierher kamen. Wie sieht es heute aus? Sind das auch Menschen aus aller Welt?

Ja. Die meisten, die nach Sizilien kommen, sind Touristen.  Die sehen zunächst einmal meist nur die schönen Seiten, wie z.B. den Tempel von Segesta oder einen der vielen anderen Tempel wie den in Agrigento. Es gibt jedoch auch die andere Seite. Die Einwohner von Sizilien und auch von Trapani haben oft zu wenig bezahlte Arbeit. Und ohne Arbeit kein Leben. Das ist der Grund, warum viele Sizilianer heutzutage Sizilien verlassen. Aber zu Ostern kommen sie alle wieder zurück.

Wahrscheinlich auch die jungen Leute, die hier in Trapani studiert haben? Die gehen dann auch in andere Länder?

Normalerweise studiert man hier und wenn man dann arbeiten möchte, verlässt man Sizilien. Meist erst mal nach Italien – also auf das Festland, und da oft in den Norden. Viele junge Trapanesen studieren auch schon dort. Allerdings gibt es auch eine kleine Gruppe, die sofort ins Ausland geht. Am liebsten nach Deutschland. Das habe ich auch gemacht. Dort ist es am besten. Einige wenige gehen in die USA. Aber das ist schon sehr weit weg.

In Italien fängt man erst viel später an zu arbeiten, so mit 27, 28 Jahren. Denn bis 20 kann man noch seine Schule beenden. Wer zum Lyzeum geht, wird hinterher üblicherweise auch studieren. Alle anderen gehen arbeiten. Allerdings ist man mit der Schule nicht gut auf die Arbeitswelt vorbereitet. Viele junge Leute schließen dann erst noch eine Zeit an, in der sie sich orientieren. Die meisten entscheiden sich dann, weg zu gehen. Hier in Trapani bleiben die meisten, bis sie dreißig Jahre alt sind. Wer bis dahin nichts gefunden hat, muss sich etwas anderes überlegen.

Wie sieht es denn im Rest von Sizilien aus, oder im Rest von Italien?

Wer Trapani verlässt, der verlässt auch Sizilien. Denn in Palermo z.B. gibt es ebenso wenig Arbeit wie hier. Palermo hat auch eine Universität. Viele Leute schließen dort ihr Studium ab und suchen dann nach Arbeit. Sie sind super ausgebildet, finden jedoch meist nichts. Das ist so in den meisten Städten hier, außer in Catania. Dort ist es ein wenig anders. Es gibt da tatsächlich deutlich weniger Arbeitslosigkeit. Daher findet man in aller Welt zwar viele Sizilianer, jedoch meist keine aus Catania. Catania ist zwar ein Teil von Sizilien, aber irgendwie ist es nicht Sizilien. Ich glaube, Catania bereitet sich besser auf die Zukunft vor, als wir in Trapani. Die meisten Touristen kennen auch eher Catania als Palermo, obwohl das die größte Stadt auf Sizilien ist. Und eine sehr schöne Stadt! Dort findet sich alles: Geschichte, das Meer und die Küste, einen Hafen, Kulturelles, Nightlife und sogar fünf Theater.

Hm, zu Hause in Köln haben wir zwar ein Theater, aber im Moment keine Räume dafür.

Ich könnte Euch zwei oder drei mitgeben (lacht).

Trapani - windige Stadt im Meer

Sicher ist sicher

Trapani - windige Stadt im Meer

Am Torre di Ligny

Trapani - windige Stadt im Meer

Der Tore di Ligny

Trapani - windige Stadt im Meer

Am Torre di Ligny

Das ist in Deutschland manchmal sonderbar. Wir sind reich und haben auch eine gute Bildung, aber wenn es darum geht, dann schließen Theater und Ähnliches. Und die Leute merken dann meist erst hinterher, was sie damit verloren haben.

Ich habe ja auch für vier Monate in Deutschland gelebt. Nach meiner Meinung ist der größte Unterschied zwischen Deutschland und Italien, dass es in Deutschland viel Geld gibt, man sich dort jedoch nur wenig Gedanken macht, wie man es sinnvoll für alle nutzen kann. In Italien dagegen macht man sich manchmal zu viele Gedanken darüber, dafür gibt es dort nur wenig Geld. In Deutschland wird auch sehr hart gearbeitet, aber oft etwas kopflos.

Erkennt man Touristen aus Deutschland eigentlich? Gibt es da was, was für uns typisch ist?

Ja. Selbst bei Italienern, die lange in Frankreich, Deutschland, Spanien gelebt haben, merkt man manchmal einen Unterschied im Verhalten. Es sind nur Kleinigkeiten. Leute aus Deutschland, die hierher kommen, lächeln zuerst nicht viel.

Echt? Oh. Das müssen wir ändern.

Für deutsche Touristen lege ich immer gerne eine Kleinigkeit ins Hotelzimmer – Schokoladen, eine Süßigkeit oder Obst. Denn deutsche Touristen lieben unser Essen. Wenn sie wieder abfahren, dann gebe ich gerne etwas duftenden mit. Basilikum, Rosmarin, Salbei oder Oregano. Darüber freuen sich eigentlich alle. Das ist nur eine Geste, aber es macht die Gäste glücklich und das macht dann wieder uns glücklich.

Ja, das sind oft die kleinen Sachen, die uns näher bringen. Zum Beispiel das sizilianische Essen – mag ich auch sehr! Was isst Du am liebsten?

Alles. Es gibt da nichts, was ich nicht mag. Fisch, Fleischgerichte – die machen wir mit viel Olivenöl und Zitrone. Oder Thunfisch-Carpaccio mit Zitrone und Olivenöl. In Trapani und in San Vito ist das wichtigste Gericht das Couscous. Man kann es ohne Soße essen und auch ohne Parmesan. Übrigens: Wenn es Fisch gibt, dann gehört für uns kein Parmesan dazu! Gerichte ohne Fisch – da schon.

Und was gehört ins Couscous?

Ganz verschieden. Das originale Rezept kommt aus Tunesien und ist mit Fleisch. Das Couscous aus Trapani ist mit Fisch. Und wir verwenden nicht das grobe Couscous. Wir haben einen speziellen Couscous-Kocher, mit dem das Couscous zubereitet wird. Unten bereiten wir einen großen Topf Fischsuppe zu, aus Tomate, Knoblauch, Zwiebeln, Fisch, Garnelen, Olivenöl. Darauf kommt ein Dampfaufsatz – wie ein Sieb – in das das Couscous hineinkommt. Dabei bekommt es ein Fischaroma, ohne damit in Berührung gekommen zu sein. Danach kommt das Couscous auf eine größere Platte und wird mit einem Tuch abgedeckt und für zwei bis drei Stunden gewärmt. Je länger, umso besser. Das ist dann das originale Sizilianische Couscous.

Finden wir das in allen Restaurants?

Ja. In allen Lokalen, die sizilianische Küche anbieten. Aber es ist kein leichtes Gericht, man wird sehr satt davon. In San Vito gibt es einmal im Jahr das Couscous-Festival. Das sind dann jedoch nicht die Originalrezepte, die dort gekocht werden. Für Trapani sind Fischgerichte typisch. Anders als in Palermo, wo man Fleischgerichte isst.

Z.B. die Arancini?

Ja, die gibt es hier in Trapani nicht. Klar, wir bereiten auch alles zu, was es im Supermarkt gibt, traditionell ist das jedoch Fisch. Früher gab es um Trapani viele Thunfisch-Betriebe. Einer davon war in Tonnara di Bonagia. Das ist heutzutage ein Hotel. Ein anderer war auf der Insel Favignana die Firma Florio, heute ein Museum. Das war der bedeutendste Fangbetrieb, gegründet 1915.

Bedeutend war er deshalb, weil er so innovativ war. Sie waren einer der ersten Betriebe, die fast nur Frauen einstellten und einen kostenlosen Betriebskindergarten einrichteten. Es gab eine Schule auf dem Werksgelände, aber auch flexible Pausen und freie Tage für die angestellten Frauen, so dass sie sich um ihre Familien kümmern konnten. Also sorgte man sich um die speziellen Bedürfnisse von Frauen. Für den Betrieb war das sinnvoll, denn die Männer waren auf See und jagten den Thunfisch. Die Frauen blieben an Land und arbeiteten dort für den Thunfischbetrieb. Vor einiger Zeit wurden die Italiener gefragt, ob sie lieber von Florio oder von Ferrari im Ausland repräsentiert werden möchten. Ferrari hat damals das Rennen gemacht – zum Glück. Denn wenig später schloss die Firma. Außerdem steht der Thunfisch heute unter starkem Schutz und wird hier nur noch selten gefangen. Es gibt auf Sizilien überhaupt nur noch eine Thunfisch-Fang-Gesellschaft.

Das Museum ist sehr schön, man erfährt dort alles über den Thunfischfang.

In Trapani gibt es auch ein paar Museen. Empfehlenswert ist das Museo Pepoli, nahe der Kirche Madonna di Trapani.

Das ist übrigens interessant: Fast jeder Ort hier hat seine eigene Madonna und die meisten haben die selbe Geschichte, eine Legende, die sich um diese Figur rankt. Die geht so: Da ist ein Boot ganz ohne Matrosen. Dieses Boot landet in Trapani. Und an Bord ist das Heiligenbild. Man lädt das Bild auf den Rücken eines Esels. Der Esel läuft los. Da wo der Esel schließlich anhielt, wurde eine Kirche errichtet.

Zurück zum Museum Pepoli. Es zeigt Korallen. Wenn man in San Vito ist, dann kann man ab und zu Korallenstückchen am Strand finden. Das ist der einzige Ort auf Sizilien, wo das möglich ist.

Nochmal eine Frage zum Essen. Es gibt da so gedrehte Nudeln. Was ist das und was mache ich damit?

Ah, das sind Busiate. Man ist sie mit frischen Tomaten, Olivenöl, Mandeln, Knoblauch und Basilikum – also mit Pesto alla Trapanese.

Trapani - windige Stadt im Meer

Am Torre di Ligny

Trapani - windige Stadt im Meer

Das äußerste Ende Trapanis

Trapani - windige Stadt im Meer

In den Strassen Trapanis

Trapani - windige Stadt im Meer

Ornamentdetail

Das klingt lecker.

In Trapani haben wir noch ein Pasta-Gericht. Pasta al Forno. Dazu gibt es eine spezielle Nudelsorte, das sind kleine Ringe – Anelletti. Die Nudeln werden gekocht, und kommen mit einer Tomatensoße in den Ofen. Ich schreibe das Rezept auf.

Noch eine Frage. Wenn ich in den Supermarkt gehe, darf ich mir dann Obst und Gemüse selber nehmen oder wird das nicht gerne gesehen?

Das hängt vom Supermarkt ab. In größeren Supermärkten gibt es jemanden, der Obst und Gemüse für einen auswählt und abwiegt. In wieder anderen gibt es das nicht. Da hat man dann die freie Wahl. Außerdem kann man immer auch selber wählen. Das es jemand für einen macht, ist nur ein Service.

Danke Claudia für das Gespräch!

Gern geschehen!

 

Links zum Thema

Explorer snc Trapani
Visit Sicily, Favignana
Museum Pepoli
Kirche Madonna di Trapani

Arancini
Rezept für Genovesi

 

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Legal und lecker gegen die Mafia

Rezept für Anelletti al Forno

 

  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Olivenöl
  • 250 g Salsiccia-Brät oder gewürztes Schweinemett
  • 500 ml Tomatenpüree
  • Salz
  • Pfeffer
  • Butter für die Form
  • Paniermehl
  • 500 g Anelletti (kleine Pasta-Ringe)
  • Salz

Zuerst bereitest Du die Soße vor. Dazu den Knoblauch auf feine Scheiben schneiden und im Olivenöl leicht anbräunen. Das Wurstbrät hinzugeben und krümelig braten. Mit dem Tomatenpüree ablöschen und mit Salz und Pfeffer würzen. Für ca. 40 Min. auf kleiner Flamme zugedeckt köcheln lassen.

Inzwischen eine Auflaufform mit Butter einfetten und mit Paniermehl ausstreuen. Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Gegen Ende der Garzeit der Soße die Nudeln nach Packungsanleitung garen. Die Pasta sollte etwa eine Min. weniger gekocht werden, als sie zum Garen benötigt. So sind sie noch fest genug, um im Backofen nicht matschig zu werden.

Sind die Nudeln so weit, gießt Du sie ab und mischst sie mit der Soße.

Alles zusammen kommt in die Auflaufform und dann für 20 Min. in den Backofen.

Tipp: Lecker ist auch eine Soße Béchamel, die unter die fertige Tomatensoße gemischt wird. Oder Du kleidest die Auflaufform mit Speckstreifen, Käse, Parmesan oder vorgegarten Auberginen-Scheiben aus, bevor Du die Nudelmasse hinein gibst.

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Anelletti al Forno