Stralsund

Es ist knapp neun Uhr am Morgen und die Sonne malt rosa Schlieren an den Himmel. Der Wind pustet ganz kräftig und die Möwen haben ihren Spaß daran. Ich stehe auf der Mole vor Stralsund und schaue auf das Panorama der Stadt. Kirchtürme, Rathaustürme, jede Menge Backsteinhäuser. Davor der Hafen mit den ehemaligen Speicherhäusern und dem Meeresaquarium Ozeaneum.

Stralsund

Blick vom Hafen nach Rügen

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Die Rügenbrücke

Das Tor zu Rügen

Im Hafenbecken liegen Fischkutter, die auf Kunden warten und Fischbrötchen und Räucherfisch feilbieten. Die Fährschiffe, die nach Rügen übersetzten, haben im Moment Pause. Genau wie die Gorch Fock, die als Museumsschiff im Hafen festgemacht hat.

Ich schlendere, habe kein festes Ziel, sondern möchte mir Stralsund ganz in Ruhe ansehen. Da ist der Blick von der Mole aus ein toller Einstieg. Denn er verrät schon viel darüber, was die Stadt alles zu bieten hat.
Als „Tor zur Insel Rügen“ ist Stralsund Jahr für Jahr ein Ausgangspunkt für viele Touristen, die gerne die Insel sehen möchten. Dass es sich jedoch lohnt, auch der Stadt einen längeren Besuch abzustatten, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr.

Stralsund

Im Hafen mit Ozeaneum

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Im Hafen von Stralsund

Stralsund – Einst eine der wichtigsten Hansestädte der Ostsee

Von der Mole aus laufe ich durch den Hafen. Der hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem In-Viertel entwickelt. Restaurants, Fischlokale, Cafés und sogar eine Cocktailbar finde ich hier, in Nachbarschaft zum futuristischen Bau des Ozeaneums, in dem Meerwasseraquarien und Nachbildungen von verschiedenen maritimen Lebensräumen den Besuchern die Natur nicht nur der Ostsee näher bringen.
Über eine Brücke wechsele ich in die Altstadt. Die ist wie eine Insel gelegen: vom Rest der Stadt durch Stadtteiche getrennt und bis ins 19. Jh. von einer Festungsmauer umgeben. Die Festung existiert heute nur noch an ein paar Stellen. So komme ich an zwei Stadttoren vorbei und finde – schon mit etwas platten Füßen – eine größere Ansammlung von bunten Fachwerkhäusern im Johanniskloster. Die schmiegen sich tatsächlich an noch vorhandene Reste der Stadtmauer.
Im Rest der Altstadt dominiert die Backsteingotik. Die Gassen sich schmal und urig die Fassaden prächtig, überall verzierte Giebel und Türmchen die Stadt und sind der Nachhall von Stralsunds Reichtum als eine der wichtigsten Hansestädte der Ostsee.

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Die Gorch Fock

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Im Hafen von Stralsund

Stralsund – Teil des UNESCO-Weltkulturerbes

Ich brauche jetzt mal eine Pause. Der Kaffeekontor, der auch Stralsunder Marzipan und die obligatorischen Sanddornprodukte im Angebot hat, ist genau das Richtige. Der Kaffee ist erstklassig. Und hübsch ist es hier auch. Unter dunklen Holzbalken und hohen Butzenscheiben sitze ich hier in der ehemaligen Diele eines mittelalterlichen Kaufmannshauses.
Draußen schieben sich immer wieder Wolkenfetzen vor die Sonne. Die frische Brise von heute Morgen ist inzwischen deutlich stärker geworden. Noch lugt immer wieder die Sonne hervor. Gerade genug, um mich ein wenig aufzuwärmen.
Auf dem zentralen Platz der Altstadt, dem Alten Markt, bekomme ich erst einmal etwas nicht zu sehen. Nämlich das Rathaus, dass die Bewohner spöttisch mit „hoch hinaus und nichts dahinter“ bezeichnen.  Diese Bezeichnung rührt her von der eigenartigen Fassadengestaltung des Rathauses. Die steckt nun leider hinter Bauplanen und Gerüsten. Schade. Zusammen mit der übrigen Altstadt ist sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Also schaue ich mir stattdessen ein Bild an, wie es sonst hier aussehen würde.

Stralsund

Vollmond

Stralsund

Im Hafen von Stralsund

Großes kulturelles Angebot

Wenn ich viel Lust dazu hätte, könnte ich mir jetzt noch eines der unzähligen Museen anschauen. Stralsund hat geradezu ein Überangebot und alle sind sehenswert. Mache ich jedoch nicht. Stattdessen gehe ich zwischen der Altstadt und den Stadtteichen entlang. Hier ist der Blick weit und die Chance auf ein paar letzte Sonnenstrahlen am größten.

Dann zieht es sich endgültig zu und ich beende meine Runde. Und morgen steige ich auf den Turm vom Meeresmuseum mit dem tollen Blick über die Stadt. Vielleicht.

 

Infos Stralsund:

Touristenbüro Stralsund
Ozeaneum
Weiße Flotte Stralsund
Gorch Fock I
Hotel, Gasthaus, Kaffeeröster Scheelehof
Meeresmuseum

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Stralsund

Im Hafen von Stralsund

2 Comments

  • André Kretzschmar sagt:

    Hallo Astrid,

    schön zu lesen, dass Dir unsre Stadt am Meer so gut gefallen hat. Das Gerüst am Rathaus ist heute schon komplett zurückgebaut. Da warst du leider nur wenige Tage zu früh dran… Aber damit gibt es ja einen Grund wiederzukommen! 😉
    Und falls es Dich tatsächlich wieder zu uns in den Norden verschlägt, laden wir Dich gern auf einen Kaffee ein. Natürlich nur frisch gerösteten!

    beste Grüße
    André Kretzschmar
    Tourismuszentrale Stralsund

    • Astrid sagt:

      Ich fand es wirklich super schön in Stralsund und bedanke mich ganz herzlich für die nette Einladung. Da ich noch viel auf meiner Wunschliste stehen habe, was ich gerne in der Stadt alles sehen möchte, komme ich gerne darauf zurück und freue mich schon auf den hohen Norden!