An der Wahnbachtalsperre

Gerade sind wir noch zwischen Wiesen entlanggelaufen, nun umfängt uns dichter werdender Wald und noch ein paar Meter, dann lässt sich durch die Bäume schon das Wasser erahnen.
Von Wolperath aus sind wir heute auf einer Runde an der Wahnbachtalsperre unterwegs. Die Wahnbachtalsperre ist eine von vielen großen Talsperren im Kölner Umland und sie ist erstaunlich leer.

An der Wahnbachtalsperre
An der Wahnbachtalsperre
An der Wahnbachtalsperre
An der Wahnbachtalsperre

Der ewige Sommer 2018

„So leer war sie zuletzt, als vor ein paar Jahren das Wasser zu Reparaturzwecken abgelassen wurde.“ erzählen uns zwei Anwohner aus Wolperath.
Dieses Mal ist der Niedrigstand nicht beabsichtigt, sondern Folge der langen Trockenheit, die in diesem Jahr auch die großen Flüsse – besonders den Rhein, ganz in der Nähe – zu dürren Bächen eintrocknen ließ.
Der Ort ist für ein Wasserreservoir gut gewählt. Tief eingeschnitten liegt das Wahnbachtal unterhalb der Orte Pohlhausen, Birk, Schreck, Braschoß, Kaldauen, Happerschoß und Heisterschoß sowie Wolperath.

An der Wahnbachtalsperre
An der Wahnbachtalsperre
An der Wahnbachtalsperre

Tiefenentspannte Gegend

In Wolperath startet unsere heutige Wanderung an der Gaststätte „Zum Pütz Jupp“. Gleich gegenüber beginnt die Helenenstraße, die bis zum westlichen Ortsrand führt. Von hier aus sehe ich schon fast den Stausee –  wenn er sich nicht untern im Tal, gut 50 m tiefer, meinem Blick entziehen würde. Was erwartet mich? Nun, ein tiefenentspanntes Dorf, Wiesen, Wald, Wasser. Noch was? Mal sehen.

An der Wahnbachtalsperre
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An der Wahnbachtalsperre

Nur für Bibelfeste

Alte Fachwerkhäuser, Gehöfte mit Reitställen und Weihnachtsbaum-Verkauf. Am Wegrand eines der typischen Bergischen Arma-Christi-Kreuze. Kunterbunt, fast fröhlich sehen diese traditionellen Marterl aus. Die Bildsprache ist uns heute nahezu unzugänglich. Nur wer bibelfest ist, erkennt die Marterwerkzeuge, die zur Kreuzigungsgeschichte gehören und denen diese Art Darstellung ihren Namen verdankt.

An der Wahnbachtalsperre
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Lieferant für Trinkwasser seit 1958

Weiter in den Wald, ein Stück dem Bergischen Weg folgend, und dort endlich der Blick auf den Stausee – oder, was von ihm noch übrig ist.
Seit 1958 ist die Talsperre schon Lieferant für Trinkwasser für Siegburg, Bonn und einen Teil des Rhein-Sieg-Kreises. Damals mussten die Wahnbachtalstraße, die Lüttersmühle, das Gasthaus „Wahntaler Schweiz“ und zwei Bauernhöfe den Fluten weichen. Und eine ganze Menge an ungeborgenen Fossilien, die noch im Boden unter dem Stausee liegen.

An der Wahnbachtalsperre
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Einlagerungen ältester Landpflanzen

Jene Fossilien sorgten eine Weile lang für Schlagzeilen, fanden sich doch beim Bau der alten Wahnbachtalstraße Einlagerungen ältester Landpflanzen, mit so unaussprechlichen Namen wie Drepanophycus oder Taeniocrada.
Und nun taucht alles so langsam wieder auf. „Einer der Förster hat vom Seeufer aus einen der Höfe gesehen. Die Grundmauern stehen ja noch.“ Gut, sosehr ich mich auch recke, den Hof erkenne ich nicht.

An der Wahnbachtalsperre
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Auf dem Ringelstein

Dafür Schwäne, die da unten ihre Start- und Landebahn haben. Während ich ihnen zusehe, fällt mir nach und nach auf, dass auch die Start- und Landebahn des Köln-Bonner Flughafens nicht fern ist. Wer unter Fluglärm leidet, der wird hier nicht freiwillig wandern. Die startenden Flieger sind über mir zum Greifen nahe. Mich stört es weiter nicht.
Dafür ist der Aussichtspunkt nahe dem Ringelstein ein echtes Highlight. Von hier geht der Blick weit über den See. Inzwischen sinkt auch schon die Sonne. Noch ein paar Schlenker, und wir stehen wieder am Ausgangspunkt.

An der Wahnbachtalsperre
An der Wahnbachtalsperre
An der Wahnbachtalsperre

Wegbeschreibung Ringelstein-Runde

Länge: ca. 7 km

Höhenmeter: ca. 270 m

Start / Ziel: Gaststätte „Zum Pütz Jupp“, Hennefer Strasse 20

 

Von der Gaststätte aus überquerst Du die Straße und gehst in die Helenenstraße. Diese endet an der Pfarrer-Stauf-Strasse, der Du nach rechts folgst.

An der Einmündung zum Krokusweg siehst Du eine Reihe Recycling-Container und eine Wandertafel. Biege nach links in Richtung der Talsperre ab.

Bei dem Hof mit dem Weihnachtsbaumverkauf findest Du auch das Wegekreuz. Ab hier kannst Du Dich auf die Wandermarkierung verlassen: „Ringelsteinweg“, weißes „R“ in schwarzem Rechteck.

Gegen Ende der Runde erreichst Du den Aussichtspunkt an der Schutzhütte. Hier findest Du an einer der Bänke auch einen Wanderstempel (Achtung: Ein Stempelkissen musst Du selber mitbringen!).

An der Wahnbachtalsperre
An der Wahnbachtalsperre
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