Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Windstärke zehn und Wellen, so hoch wie das Schiff. Damit wurde uns gedroht, wenn wir mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln reisen. Die Fähre ist eine der beiden Möglichkeiten, wie man diesen Inselarchipel im Nordatlantik erreichen kann. Mit dem Flugzeug ist die andere Variante.
Werden Richy oder ich leicht seekrank? Nö, nicht dass ich wüsste. Fürchten wir die Stürme, die tosenden Wogen? I-wo, nicht, seit wir zu Grundschultagen die Mundorgel auswendig lernen durften.

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Hirtshals – Vor der Überfahrt

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Hirtshals – Vor der Überfahrt

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Hirtshals – Vor der Überfahrt

Eine Schiffsreise hat zudem den Vorteil, dass wir das eigene Auto mitnehmen können. Damit brauchen wir vor Ort keinen Mietwagen und haben auch bei der Menge unseres Gepäcks freie Hand. Es geht also nach Färöer und wir nehmen die Fähre.
Die fährt standardmäßig von Hirtshals in Dänemark ab. Hirtshals ist der Knotenpunkt für alle, die per Schiff nach Skandinavien reisen wollen. Hier starten die Schiffe nach Christansand, Stavanger und Bergen. Wer nach Island möchte, findet hier ebenfalls eine Fährverbindung. Und gerade diese Fähre ist es, die den Island-Fahrern einen ein- bis mehrtägigen Aufenthalt auf den Färöern beschert.

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

An Bord

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

An Bord

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

An Bord

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

An Bord

Das sind an Bord, wie sich schnell herausstellt, beinahe alle Touristen. Und wir die Exoten, die länger als drei Tage auf den Inseln bleiben wollen. „Was wollt Ihr denn da so lange? Da hat man doch nach drei Tagen alles gesehen.“ Hat man? Wir werden es herausfinden. Ich jedenfalls bin guter Dinge, dass sich eine Reise auf die 18 Inseln lohnt und freue mich schon während der Fahrt.
Die verläuft erstaunlich ruhig: Das Meer liegt glatt wie ein Teppich da. Keine Chance also, seekrank zu werden, keine meterhohen Wellenberge. Die Zerstreuungen an Bord sind ebenfalls begrenzt. Ein kostenloses Schwimmbecken und ein Fitnessraum, Restaurant und Bar, der Blick über die Reling. Keine Hektik und kein Stress. Eher ein Hauch von Langeweile.

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Vorbei an den Shetland Inseln

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Vorbei an den Shetland Inseln

Da ist es ein Glück, dass ein färingisches Akkordeon-Orchester mit zugehörigem Chor mitfährt. Eine Chorfahrt, die die Gruppe durch Europa gemacht hat, geht gerade zu Ende und alle freuen sich darauf, bald wieder zu Hause zu sein. Das hält jedoch niemanden davon ab, unterwegs ein Gratiskonzert zu geben. Eine tolle Einstimmung auf unsere Reise!
Das Orchester spielt und singt sich warm. Nach einer Stunde, ist es mir nach Abwechslung zu Mute und ich schlendere wieder durch das Schiff. Kein Problem, denn die Musikanten halten über die ganze 32 Stunden dauernde Fahrt durch – nachts sogar mit Tanzeinlage.
Früher einmal hielt die Island-Fähre auch an den Shetland-Inseln. Heute führt die Route nur noch ganz dicht daran vorbei. Das Land ist zum Greifen nahe, hunderte Seevögel umkreisen hier das Schiff. Dann sind wir wieder auf dem offenen Meer und haben außer Himmel und Wasser und Horizont keine weitere Aussicht.

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Die Färöer-Inseln zeigen sich

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Nólsoy

Färöer Inseln - Ein Schiff auf Durchreise

Tórshavn

Oder doch? Per Zufall bleibt mein Blick an einer Fluke hängen, dann an mehreren Rückenflossen: Grindwale, eine ganze Schule! Und Delfine, die in Reihen von vier, fünf Tieren aus dem Wasser springen. Atemberaubend und zauberhaft, ein anrührender Moment. Der ist schneller vorbei, als Richy oder ich uns besinnen können. An Fotos denkt dabei keiner von uns. Die Bilder jedoch bleiben im Gedächtnis.
Die Färöer-Inseln rücken als unscheinbarer Streifen am Horizont ins Bild. Ist das Land? Oder doch nur eine Täuschung? Wir kommen näher und so langsam werden einzelne Inseln erkennbar. Schließlich bekommt das Land Struktur. Häuser, Schluchten, Grashänge in stufenartigen Terrassen werden sichtbar.
Die Einfahrt in den Hafen von Tórshavn ist ein Erlebnis: Der Fähranleger hat rechts und links gerade um die fünf Meter mehr Platz, als unser Riesendampfer misst. Laut einem ortskundigen Mitreisenden ist die Fähre hier nur ein- oder zweimal gegen den Kai gefahren, sonst immer bravourös angelandet.
Auch dieses Mal legen wir glatt an. Ankunft auf den Färöern. Und ich bin jetzt schon sicher, dass ich mich hier nicht langweilen werde. Was für eine traumhafte Landschaft.

 

Infos:

The Faroe Islands – deutsch
Smyril Line
Die Spitze von Dänemark

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

Ankunft im Hafen

Mit dem Schiff auf die Färöer-Inseln

An Land!